Flimmernder Asphalt: Wie die Hitzesommer in Europa Mensch und Maschine fordern
Europa war dieses Jahr von mehreren Hitzewellen betroffen, und Autos bekamen diese oft noch vor ihren Fahrerinnen und Fahrern zu spüren. Hier erfahren Sie, was tatsächlich mit den Fahrzeugen passiert ist, wie Autobesitzerinnen und Autobesitzer laut den Bestelldaten von AUTODOC darauf reagiert haben und was Sie vor der nächsten Hitzewelle anders machen können – denn die nächste kommt bestimmt.

Was bei einer Hitzewelle unter der Motorhaube passiert
Wie auch wir können Autos unter der sengenden Hitze leiden
Extreme Umgebungstemperaturen stellen eine enorme Belastung für das Fahrzeug dar und zwingen die internen Systeme zu Höchstleistungen, um den Normalbetrieb aufrechtzuerhalten. Ziehen Sie am Thermometer unten, um zu sehen, wie sechs wichtige Fahrzeugkomponenten reagieren, wenn die Temperaturen steigen und ihren Höchststand erreichen.
Die Kosten mangelnder Fahrzeugpflege bei Hitzewellen
Lassen Sie nicht zu, dass eine Hitzewelle ein Loch in Ihren Geldbeutel brennt
Ein überlasteter Klimakompressor, eine schwächelnde Batterie und ein strapazierter Reifen verlangen meist nicht am selben Tag nach Aufmerksamkeit. In einem extremen Sommer können diese Teile jedoch alle innerhalb weniger Wochen fällig werden. Um zu verdeutlichen, wie teuer Reparaturen werden können, haben wir die durchschnittlichen Marktpreise häufig betroffener Teile im Juli 2026 berechnet – inklusive Mehrwertsteuer, aber ohne Arbeitskosten.
Durchschnittliche Teilekosten im Juli 2026 1Quelle: Interne Daten von AUTODOC. Durchschnittliche Marktpreise für ausgewählte Autoteile im Juli 2026 in Deutschland, Spanien, Großbritannien, Österreich, Italien und Frankreich. Preise verstehen sich ohne Arbeitskosten.
- Reifen: 102 € pro Reifen
- Autobatterie: 122 €
- Klimakompressor: 275 €
- Kühlerlüfter: 153 €
- Gebläsemotor: 90 €
Gesamtkosten der Teile: > 742 €
Rechnet man die Arbeitskosten für Diagnose und Austausch hinzu, wird die Reparaturrechnung schnell enorm hoch. Dies zeigt deutlich, wie wichtig eine ganzjährige Fahrzeugwartung ist, um mehrere Ausfälle zeitnah beieinander zu vermeiden, besonders vor extremen Wetterlagen.
Heiß im Trend: Was war besonders gefragt?
Drei Hitzewellen im Spiegel der AUTODOC-Bestelldaten
Die Bestelldaten unserer Plattform zeigen deutliche Nachfragetrends bei bestimmten Teilen in den heißesten Wochen. Komponenten der Klimaanlage verzeichnen meist das größte Plus, da eine funktionierende Klimaanlage unverzichtbar wird. Dieser Trend wird beim Vergleich des Bestellwachstums im Jahresvergleich während der Hitzewellen im Juni und Juli besonders deutlich. So stiegen in den Hitzewochen beispielsweise die Bestellungen von Klima-Druckschaltern um rund 86 % sowie von Klimakompressoren und -kondensatoren um 75 %. Auch Kühlerlüfter (50 %) und Gebläsemotoren (43 %) waren stark nachgefragt.
Besonders überraschend war der extreme Anstieg bei Lecksuchsprays: In dieser Kategorie verzeichneten wir ein enormes Plus von 500 % bei den Bestellungen. Der Grund liegt wahrscheinlich in häufigeren Reparaturen an Klimadruckleitungen, Reifenventilen und Luftfederbälgen, da austretendes Druckgas Haarrisse aufzeigt.
Verschleißteile wie Reifen, Wischerblätter und Federbeine verzeichnen zwar ebenfalls Zuwächse, die Zahlen fallen jedoch deutlich moderater aus. Das liegt meist daran, dass diese Teile regelmäßiger ausgetauscht werden und weniger von der Jahreszeit abhängen.
Bestellwachstum bei bestimmten Teilen während Hitzewellen

Hitzewellen verursachen Nachfrageexplosionen und -einbrüche statt gradueller Trends
Bestellungen von Klimaanlagenteilen steigen während Hitzewellen sprunghaft an und brechen dann plötzlich ein, statt stetig zu wachsen
Take AC compressors as a typical example. In a normal seasonal pattern, demand would climb gradually and stay elevated as long as the heat does. That’s not what happened. Orders jumped sharply in the first week after temperatures rose, stayed elevated for a second week, then dropped back down by week three – even in areas where temperatures stayed high. In this case, the demand curve didn’t follow the temperature curve. It spiked, held briefly and then crashed out.

Was der Norden vom Süden lernen kann
Wartungsgewohnheiten, die sich zu übernehmen lohnen
Bei der Erklärung unterschiedlichen Kundenverhaltens liegt die Vermutung nahe, dass die Menschen in Südeuropa schlicht besser an die Hitze gewöhnt sind. Die Daten legen jedoch eine nützlichere Erkenntnis nahe. In Spanien und Portugal gibt es nicht die eine dramatische Hitzewelle, auf die reagiert wird, da dort den ganzen Sommer über konstant hohe Temperaturen herrschen.
Da es weder für Fahrzeuge noch für Kundinnen und Kunden einen einzelnen Schockmoment gibt, zeigen die Bestelldaten während der Hitzewellenperioden keinen derart dramatischen Ausschlag. Durchschnittstemperaturen und Bestellungen bleiben über Monate hinweg relativ konstant. Einfach ausgedrückt: Nordeuropa behandelt Hitze wie einen vorübergehenden Notfall, während Südeuropa sie als Jahreszeit begreift.
Für einen direkten Vergleich haben wir die Bestelldaten aus Deutschland und Spanien für diese Zeiträume herangezogen und speziell die Bestellungen von Gebläsemotoren betrachtet:
Deutschland
Wettermuster: Die Durchschnittstemperaturen erreichten in der 22. Woche 29 °C, sanken in Woche 24 auf kühle 23 °C ab und kletterten bis Woche 26 auf drückende 37 °C.
Nachfragemuster: Die Bestellungen stiegen während der ersten Hitzewelle auf 367 (Bestellungen pro Woche), doch bei der Abkühlung in Woche 24 fiel die Nachfrage wieder auf das Niveau vor der Hitzewelle zurück. Als in Woche 26 die zweite Hitzewelle einsetzte, stiegen die Bestellungen erneut sprunghaft auf 382 an.
Spanien
Wettermuster: Die Durchschnittstemperaturen stiegen zu Saisonbeginn stark an (von 19 °C in Woche 20 auf 31 °C in Woche 22) und blieben danach konstant im 30-Grad-Bereich.
Nachfragemuster: Die Nachfrage hat sich bei diesem ersten Anstieg mehr als verdoppelt (von 75 auf 166 Bestellungen). Entscheidend ist, dass die Nachfrage selbst bei Temperaturschwankungen in den folgenden Wochen nicht wesentlich sank. Als in Woche 26 die Höchsttemperaturen (35 °C) erreicht wurden, lagen die Bestellungen bei 167 – praktisch identisch mit dem ersten Spitzenwert.
Basierend auf den Rohdaten war die Nachfrage nach Gebläsemotoren in Deutschland sehr elastisch. Sie stieg und fiel drastisch synchron zu den Ausschlägen auf dem Thermometer. In Spanien stiegen die Bestellungen mit den Temperaturen an, blieben jedoch von Woche 22 bis Woche 28 durchgehend hoch.
Dies stützt die Annahme, dass Südeuropa im Sommermodus bleibt, sobald die Temperaturen erst einmal steigen. Die Gewohnheit, die es sich zu übernehmen lohnt, ist simpel: Machen Sie Ihr Auto startklar, bevor der Sommer in vollem Gange ist, und warten Sie es durchgehend gut – statt erst dann zu reagieren, wenn die erste Hitzewelle Sie dazu zwingt.
Was können Sie jetzt also tun?
Je besser Sie vor dem Sommer vorbereitet sind, desto unwahrscheinlicher sind plötzliche Ausfälle bei Hitze oder das Verpassen guter Angebote aufgrund künftiger Nachfragespitzen. Die Frage ist: Was können Sie jetzt tun, um mögliche Schäden zu beheben, die drei Hitzewellen Ihrem Fahrzeug bereits zugefügt haben? Um Ihnen dabei zu helfen, haben wir eine Checkliste mit Kontrollen und Tipps für die Zeit nach Hitzewellen zusammengestellt, um Ihr Fahrzeug vor späteren schwerwiegenden Schäden zu schützen.
Die AUTODOC-Checkliste finden Sie hier.
Über AUTODOC
AUTODOC ist die führende digitale Pure-Play-Plattform für Kfz-Ersatzteile in Europa. Das 2008 in Berlin von Alexej Erdle, Max Wegner und Vitalij Kungel gegründete Unternehmen hat sich in bemerkenswert kurzer Zeit zu einem der spannendsten E-Commerce-Unternehmen Europas entwickelt. Zum 31. Dezember 2025 umfasste das Sortiment von AUTODOC rund 7,8 Mio. Artikelnummern von etwa 2.700 Markenherstellern – darunter Teile für Pkw, Lkw und Motorräder, Reifen sowie ergänzende Produkte wie Werkzeuge, Zubehör, Öle, Flüssigkeiten und Verbrauchsmaterialien. AUTODOC betreibt Onlineshops in 27 europäischen Ländern und beschäftigt mehr als 5.500 Mitarbeitende an 13 Standorten: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kasachstan, Luxemburg, Moldawien, Niederlande, Polen, Portugal, Tschechien, Ukraine und das Vereinigte Königreich.
- 1Quelle: Interne Daten von AUTODOC. Durchschnittliche Marktpreise für ausgewählte Autoteile im Juli 2026 in Deutschland, Spanien, Großbritannien, Österreich, Italien und Frankreich. Preise verstehen sich ohne Arbeitskosten. ↩︎
Erstellt am 21.08.2026

