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#Technologie & Innovation

Wer sollte Innovation vorantreiben?

Marco Costa und Alexander Tryvailo gehen der Frage nach, ob Innovation Aufgabe spezialisierter Teams ist oder eine unternehmensweite Verantwortung sein sollte. Sie zeigen, wie AUTODOC beides verbindet: eine spezialisierte Innovationseinheit und eine Kultur, in der neue Ideen in allen Produktbereichen getestet und weiterentwickelt werden.

Veröffentlicht am 17.10.2022

Wer sollte Innovation vorantreiben?

Einleitung

Im heutigen wettbewerbsintensiven Markt sind Unternehmen ständig auf der Suche nach dem Schlüssel zum Erfolg, um sich von der Konkurrenz abzuheben und ihre Zukunft zu sichern. Dieses Streben führt häufig dazu, dass sie Innovation in den Mittelpunkt stellen – was im unternehmerischen Kontext bedeutet, neue Produkte einzuführen, Prozesse zu optimieren oder Geschäftsmodelle neu zu denken, um den Wert durch Umsatzwachstum oder gesteigerte Effizienz zu erhöhen. Innovation bedeutet jedoch nicht nur, Schritt zu halten, sondern vielmehr darum, die Grundlage für nachhaltigen Erfolg in einer sich ständig wandelnden Welt zu schaffen.

Der Innovationsdrang bringt ein klassisches Dilemma in Unternehmen mit sich: Das Streben nach operativer Effizienz – also die Optimierung bestehender Abläufe für schnelle Erfolge und Stabilität – steht oft im Widerspruch zur komplexen und schwer planbaren Natur von Innovation. Während Unternehmen versuchen, diese scheinbar gegensätzlichen Anforderungen auszubalancieren, wird die Debatte darüber intensiver, wie Innovationsaktivitäten am besten organisiert werden sollten – als unternehmensweite Aufgabe oder durch ein engagiertes Team, das die Führung übernimmt?

Die Debatte über Innovationsansätze

Die Diskussion darüber, wie sich Innovationen in Unternehmen am besten fördern lassen, hat zwei zentrale Standpunkte hervorgebracht. Die eine Seite plädiert für die Einrichtung spezialisierter Innovationsteams und argumentiert, dass eine ausschließlich auf die Erschließung neuer Möglichkeiten fokussierte Gruppe eine Tiefe der Auseinandersetzung erreicht, die kaum möglich ist, wenn Innovation nur ein Punkt auf einer langen Aufgabenliste ist.

Auf der anderen Seite steht die Auffassung, dass Innovation Aufgabe aller sein sollte. Dieser Sichtweise zufolge könnte es das Potenzial für bahnbrechende Ideen einschränken, wenn die Verantwortung für Innovation auf ein bestimmtes Team beschränkt wird, da solche Impulse aus ganz unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens kommen können.

Wer sollte Innovation vorantreiben
Wer sollte Innovation vorantreiben

Innovation als gemeinsame Aufgabe

Vorteile

Wenn Innovation als gemeinsame Aufgabe verstanden wird, bringt das eine Vielzahl an Perspektiven und Ideen zusammen und kann zu einem dynamischeren und innovativeren Unternehmen führen. Dieser Ansatz fördert eine Unternehmenskultur, in der Kreativität auf allen Ebenen geschätzt wird und alle dazu ermutigt werden, Ideen und Impulse einzubringen. Eine solche Einbindung sorgt nicht nur für mehr Vielfalt in der Innovationspipeline, sondern stärkt auch Motivation und Engagement, da Mitarbeitende erleben, dass ihre Beiträge die Ausrichtung und den Erfolg des Unternehmens direkt beeinflussen können.

Nachteile

Gleichzeitig kann es jedoch zu erheblichen Herausforderungen führen, von allen Teams zu erwarten, dass sie neben ihren regulären Aufgaben auch Innovation vorantreiben. Auch wenn es zunächst so scheint, als würde die Bereitstellung von Zeit für Brainstorming und die Entwicklung neuer Ideen eine Welle der Kreativität auslösen, sieht es in der Realität oft anders aus. Für Teams ist es schwierig, sich von ihren täglichen Aufgaben zu lösen, die stets anspruchsvoll sind und unmittelbare Aufmerksamkeit erfordern. Die anfängliche Begeisterung für Innovation kann schnell nachlassen, da die dringenden Anforderungen laufender Projekte in den Vordergrund rücken. Zu Routineaufgaben zurückzukehren kann so unmerklich und schnell erfolgen, dass Teams es kaum bemerken, sodass wenig Raum für die kontinuierliche Fokussierung bleibt, die nötig ist, um wirklich innovative Ideen zu entwickeln und voranzubringen. Statt kreative Projekte voranzutreiben, bleiben Unternehmen oft in denselben Umsetzungszyklen stecken; innovative Ideen bleiben dabei unerreichbar.

Häufig sind dafür bereits gut etablierte und reife, produktorientierte Unternehmen und Teams erforderlich, um erfolgreiche Innovationsprozesse aus den Teams heraus zu etablieren. Als übergeordnetes Ziel jedes innovationsorientierten Unternehmens ist das Erreichen dieses Reifegrads letztlich eine Art Belohnung.

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Spezialisierte Innovationsteams

Vorteile

Der Ansatz, ein spezialisiertes Innovationsteam zu etablieren – inspiriert von Clayton Christensens „The Innovator’s Dilemma“ –, bietet eine fokussierte und agile Methode, um neue Ideen zu erschließen. Dieses Team hat die Kapazitäten, unerforschte Technologien, Märkte und Geschäftsmodelle zu erschließen, ohne durch das operative Tagesgeschäft ausgebremst zu werden. Ihre Fähigkeit, schnell zu testen und zu iterieren, beschleunigt den Entwicklungsprozess und erhöht die Wahrscheinlichkeit, wirkungsvolle Innovationen hervorzubringen.

Ein entscheidender Vorteil dieses Ansatzes ist, dass er die Kernfunktionen des Unternehmens schützt. Innovationen erfordern oft tiefgreifende Veränderungen, die laufende Abläufe stören können. Ein spezialisiertes Team kann diese Übergänge gezielt steuern und sicherstellen, dass Innovationen möglichst reibungslos integriert werden. Sie fungieren als Treiber des Wandels und stimmen sich mit verschiedenen Abteilungen ab, um neue Ideen effizient umzusetzen.“

Darüber hinaus kann ein spezialisiertes Innovationsteam die Unternehmenskultur maßgeblich prägen, indem es im gesamten Unternehmen ein Klima von Kreativität und unternehmerischem Denken fördert. Ihre Arbeit ermutigt alle Mitarbeitenden, eigene Ideen einzubringen, und trägt so zu einem dynamischeren und innovativeren Arbeitsumfeld bei. Damit das funktioniert, braucht es im Team die richtigen Kompetenzen sowie eine Denkweise, die von Experimentierfreude und Entdeckergeist geprägt ist.

Dieser Ansatz positioniert spezialisierte Innovationsteams als zentrale Treiber des Wandels im Unternehmen: Sie verschieben die Grenzen des Möglichen und lenken das Unternehmen mit strategischem Weitblick und kreativer Umsetzung in Richtung Wachstum und Anpassungsfähigkeit.

Zudem lässt sich dieses Modell in den meisten Unternehmen vergleichsweise einfach umsetzen und erfordert oft geringere Anfangs- und laufende Investitionen. Wie bereits erwähnt, ist dieser Ansatz zudem weniger disruptiv und eignet sich besonders für Unternehmen, die sich erst damit auseinandersetzen, wie Innovation funktioniert und wie sie in die Produktentwicklung integriert werden kann.

Nachteile

Spezialisierte Innovationsteams können auf Herausforderungen stoßen, insbesondere bei der zeitlichen Abstimmung und der Integration in die Gesamtorganisation. Erfolg in der Innovation hängt nicht nur davon ab, wegweisende Lösungen zu entwickeln, sondern auch davon, diese mit der Marktreife und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens in Einklang zu bringen. So müssen beispielsweise technologische Fortschritte wie künstliche Intelligenz auf einen Markt treffen, der bereit ist, solche Veränderungen anzunehmen – was nicht immer der Fall ist.

Eine Herausforderung besteht darin, dass sich das Innovationsteam vom restlichen Unternehmen abkoppeln könnte und es dann schwer hat, die Unterstützung anderer Abteilungen zu gewinnen. Ohne enge Anbindung an andere Abteilungen kann es schwierig werden, die notwendige Unterstützung für Projekte zu sichern, was die erfolgreiche Umsetzung und Skalierung von Innovationen im Unternehmen erheblich erschweren kann. Diese fehlende Abstimmung kann dazu führen, dass Innovationsinitiativen an den Unternehmenszielen vorbeilaufen oder sich mit anderen Aktivitäten überschneiden, was Ineffizienz und einen unkoordinierten Innovationsansatz zur Folge hat.

Im Kern gilt: Innovationsteams können zwar maßgebliche Fortschritte vorantreiben, ihre Wirksamkeit hängt jedoch davon ab, dass sie sich an den Anforderungen des Marktes orientieren, mit der Unternehmensstrategie im Einklang bleiben und die Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen fördern – nur so lassen sich Ineffizienzen vermeiden und Innovationen erfolgreich sowie skalierbar umsetzen.

Die optimale Lösung: Zusammenarbeit und Integration

Bei AUTODOC verfolgen wir einen hybriden Ansatz. Einerseits haben wir eine eigene Einheit für Produktinnovation, die an bestimmten Ideen weitgehend unabhängig arbeiten kann. Andererseits ist diese Einheit in eine gemeinsame Struktur – die ProductOrg – eingebettet, die eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Abteilungen sicherstellt. Darüber hinaus verstehen wir, dass bewährte Methoden aus produktorientierten Unternehmen – wie die Discovery-Phase und Hypothesentests – in allen Produktdomänen angewendet werden sollten, nicht nur im Innovationsteam.

Die beste Strategie zur Förderung von Innovationen ist es, das Fachwissen spezieller Innovationsteams mit den weitreichenden Erkenntnissen des gesamten Unternehmens zu kombinieren.

Dieser hybride Ansatz ermöglicht es, auch mutige und risikoreiche Ideen zu verfolgen, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass diese Initiativen vom praktischen Wissen und der Erfahrung im gesamten Unternehmen profitieren. Indem Unternehmen eine Kultur der Zusammenarbeit fördern, können sie die richtige Balance zwischen wegweisender Innovation und der Fähigkeit finden, diese Ideen erfolgreich umzusetzen.

Für uns bei AUTODOC ist Innovation mehr als nur ein Schlagwort. Seit Beginn unserer E-Commerce-Reise ist Innovation ein fester Bestandteil der DNA von AUTODOC.