Wenn Kunst auf Verkauf trifft
Im spezialisierten AUTODOC-Fotostudio in Stettin entstehen monatlich rund 4000 Produktbilder an der Schnittstelle von Kunst und E-Commerce. Erfahren Sie, wie präzise Produktfotografie und 360-Grad-Ansichten dazu beitragen, Kundenvertrauen zu festigen, indem sie jedes technische Detail schon vor dem Kauf sichtbar machen.
Veröffentlicht am 28.08.2025
Produktfotografie bei AUTODOC
In der Welt des E-Commerce und des digitalen Marketings steht die Produktfotografie an der Schnittstelle zwischen Kunst und Verkauf.
„Es ist weit mehr als nur das einfache Knipsen von Bildern. Es ist ein sorgfältig abgestimmter Prozess, der die einzigartigen Merkmale jedes Produkts hervorhebt. Ganz gleich, ob es sich um ein Autoteil oder ein filigranes Gadget handelt, das Ziel bleibt immer dasselbe: eine klare, detaillierte und ehrliche visuelle Darstellung zu schaffen, die keine Fragen offenlässt.“, sagt Serhii Zoshchuk, Head of Media Production & Development bei AUTODOC.
Was ist Produktfotografie?
Zu verstehen, was Kund:innen von Produktfotos erwarten, ist entscheidend. Sowohl für Autofans als auch für Gelegenheitskäufer:innen beantwortet der Blick auf ein Produkt aus allen relevanten Winkeln – wobei jedes noch so kleine Detail hervorgehoben wird – die grundlegende Frage: „Was kaufe ich hier eigentlich?“
„Im Kern geht es bei der Produktfotografie darum, ein Objekt in seiner wahrhaftigsten Form einzufangen.“, sagt Marcin Oleksicki, Teamleiter des AUTODOC-Fotostudios in Stettin (Polen), das monatlich Bilder von 4000 Produkten erstellt. „Was unser Team aus Expert:innen in den Bereichen Fotografie, Retusche, Assistenz und Qualitätskontrolle leistet, ist die Kunst, das Design, die Form, die Maße, die Anschlüsse, Gewinde und Markierungen jedes Produkts gekonnt in Szene zu setzen.“, fügt er hinzu.

Jedes Bild wird auf diese Weise erstellt, um sicherzustellen, dass die Kundschaft sofort versteht, was das Produkt ist, welche Funktionen es hat, wie es aussieht und wie es in das eigene Fahrzeug passt.
„Jedes Detail zählt, denn das Foto wird oft zum direkten Vergleichspunkt zwischen dem Teil, das man bereits besitzt, und dem, das man kaufen möchte. Auf diese Weise fungiert die Produktfotografie als Brücke des Vertrauens zwischen Verkäufer und Käufer:in.“, sagt Marcin.
Funktion trifft auf Effizienz: Das Studio-Setup
Ein gut organisiertes Studio ist das Rückgrat einer konsistenten und hochwertigen Dienstleistung.
„In einem funktionalen Studio geht es nicht nur um eine hochmoderne Ausstattung, sondern vor allem um einen effizienten Workflow. In unserem Setup gibt es für jede Phase des Prozesses einen eigenen Bereich: von der Vorbereitung der Produkte auf ihren „Moment im Rampenlicht“ bis hin zur sicheren Bereitstellung für die Verpackung nach dem Shooting. Dieser Ansatz minimiert Fehler und garantiert reproduzierbare Ergebnisse, ganz gleich, ob wir kleine Dichtungen oder einen großen Kühler fotografieren. Diese Konsistenz ist entscheidend für das Vertrauen der Kundschaft, da sie es den Käufer:innen ermöglicht, Produkte innerhalb eines einheitlichen technischen Katalogs mühelos miteinander zu vergleichen.“, sagt Serhii.

Das beste Studio-Setup beginnt natürlich mit einem Team: einer Gruppe echter Expert:innen, die in jeder Umgebung Ergebnisse liefern können. Drei Kernkompetenzen, die eine:n erstklassige:n Produktfotograf:in auszeichnen, sind: Detailgenauigkeit, organisatorische Exzellenz und Teamfähigkeit.
„Ein:e gute:r Produktfotograf:in arbeitet präzise, denn selbst ein kleiner Fehler kann dazu führen, dass Kund:innen das falsche Produkt kaufen oder ein wichtiges Merkmal übersehen.“, erklärt Marcin. „Gute Planungs- und Organisationsfähigkeiten sind entscheidend, da wir täglich hunderte Bilder aufnehmen: Wir müssen die Arbeit einfach zeitnah und strukturiert erledigen. Und zu guter Letzt: Da Fotograf:innen mit Assistent:innen, Retuscher:innen und Grafikdesigner:innen zusammenarbeiten, ist ihre Teamfähigkeit von entscheidender Bedeutung, um die Qualität aufrechtzuerhalten und einen effizienten Workflow zu gewährleisten.“, fügt er hinzu.
Wie sieht also ein typischer Arbeitstag einer Produktfotografin bzw. eines Produktfotografen aus? Er beginnt mit sorgfältig geplanten Aufnahmen. Die Produkte werden auf Rollwagen organisiert, um sicherzustellen, dass ähnliche Artikel für ein einheitliches Erscheinungsbild zusammen fotografiert werden. Nach dem Shooting verwalten die Fotograf:innen nicht nur die Bilder (Korrektur der Belichtung, Anpassung des Weißabgleichs und Festlegung des Bildausschnitts), sondern führen auch akribisch Buch über ihre Arbeit. Diese Disziplin bei der Dokumentation ist angesichts der enormen Menge an täglichen Aufnahmen, die von hunderten Packshots bis zu tausenden 360-Grad-Bildern reichen, von entscheidender Bedeutung.

Von der Ankunft bis zur Präsentation: Die Reise durch das Fotostudio
Wie beginnt die Reise eines Produkts im Studio? Marcin erklärt:
„Zuerst stellt uns das Item Data Quality-Team eine kuratierte Liste von Waren zur Verfügung, für die noch Bildmaterial fehlt oder bei denen es sich um Neuheiten handelt, die gerade auf den Markt kommen. Sobald sie geliefert wurden, werden die Produkte akribisch vorbereitet. Die Fotoassistent:innen überprüfen, reinigen und ordnen jedes Produkt auf einem speziellen Rollwagen an und kennzeichnen sie als bereit für das Objektiv der Fotografin bzw. des Fotografen.“.
Während des Shootings ist die Rolle der Fotografin bzw. des Fotografs umfassend: Sie bzw. er inszeniert das Produkt, wählt die Winkel aus, stellt eine präzise Belichtung sowie den Weißabgleich sicher und verwaltet die Abfolge der Aufnahmen. Häufig wird 360-Grad-Fotografie eingesetzt, damit Kund:innen das Produkt aus jedem Blickwinkel betrachten können, was das Vertrauen in den Kauf zusätzlich stärkt.
Nach dem Shooting werden die Bilder auf einen zentralen Server übertragen, wo auf Bildqualität spezialisierte Kolleg:innen sie auf technische Korrektheit, ordnungsgemäße Benennung und Konsistenz prüfen. Die abschließende Retusche beseitigt kleine Mängel wie Staub oder Reflexionen , während das authentische Erscheinungsbild des Produkts erhalten bleibt. „Wir bewahren 99 % des Originalbildes und entfernen nur das 1 %, das ablenkt, denn es geht um Klarheit, nicht um Täuschung.“, betont Serhii.
Kreativ vs. Schnell: Die Rolle von KI im Prozess
Wie steht es um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Produktfotografie?
„Aktuell nutzen wir KI in unserem Workflow nur zum Entfernen des Hintergrunds, da dies den eigentlichen Prozess beschleunigt. Wir verwenden keine KI, um Bilder zu generieren, da wir einen kreativen Ansatz beibehalten und keinem Fließbandmodell folgen wollen.“, erklärt Serhii.
„Kunst wird oft als Ausdruck von Emotionen gesehen, aber in der Produktfotografie offenbart sie sich durch Präzision und Detailreichtum. Jedes Produkt besitzt seine ganz eigene Geometrie, Textur und Materialbeschaffenheit.“, ergänzt Marcin. Eine versierte Fotografin bzw. ein versierter Fotograf gleicht einer Bildhauerin bzw. einem Bildhauer: Durch den Einsatz von Licht, Bildkomposition und sorgfältiger Retusche bringt sie bzw. er die innewohnende Schönheit jedes Objekts zum Vorschein. „Selbst technische Motive wie Fahrzeugteile verlangen nach einem kreativen Ansatz. Angesichts von Herausforderungen wie Reflexionen auf Metalloberflächen oder dem Einfangen komplexer Formen wird jedes Shooting zu einem einzigartigen künstlerischen Unterfangen, das Funktionalität und Ästhetik sorgfältig in Einklang bringt. Diese Balance ist es, die bloßes Handwerk von wahrer Kunst unterscheidet.“, fügt er hinzu.

Wie sieht angesichts der Entwicklung KI-gestützter Tools die Zukunft der Produktfotografie im E-Commerce aus?
„Produktfotografie ist weit mehr als eine logistische Notwendigkeit.“, sagt Serhii. „Sie ist ein mächtiges Instrument, das die Kund:innen mit dem Produkt verbindet, und wird ein Eckpfeiler des Online-Shoppings bleiben.“, fügt er hinzu. Von der ersten Vorbereitung im Studio bis zum letzten Feinschliff in der Postproduktion ist jeder Schritt darauf ausgelegt, die Wahrheit dessen, was verkauft wird, sichtbar zu machen. „Indem wir die feine Balance zwischen technischer Präzision und kreativem Ausdruck finden, stellt unser Ansatz bei AUTODOC sicher, dass man genau das bekommt, was man sieht: klar, detailliert und voller vertrauensbildender Details. Schließlich ist es immer besser zu sehen, was man kauft, anstatt einen Sprung ins Ungewisse zu wagen.“.
Das Studio in Zahlen
Hier ist ein Einblick in die Arbeitsweise unseres AUTODOC-Fotostudios:
| Kennzahl | Werte |
| Gesamtzahl der erfassten Produkte | Über 150 000 |
| Monatliche Produktaufnahmen | Ungefähr 4000–5000 |
| Aufnahmen pro Tag (z. B. 360-Grad-Aufnahmen) | Rund 5000 |
| Verhältnis Qualität vs. Aussortiert (Marketing) | ~70/30 |
| Verhältnis Qualität vs. Aussortiert (Packshot) | ~90/10 |
| Verhältnis Qualität vs. Aussortiert (360-Grad) | ~98/2 |
