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Hybrides Copywriting: Gesteigerte Produktivität bei gleichbleibender Qualität und Kreativität

a woman looking at a paper next to a robot
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Der Aufstieg von KI-Diensten im digitalen Raum nährt häufig die Annahme, klassisches Copywriting stehe vor dem Aus, da Algorithmen die menschliche Note verdrängen könnten. Unsere Erfahrungen in der sich konstant weiterentwickelnden Landschaft der künstlichen Intelligenz zeichnen jedoch ein anderes Bild: Menschliche Kreativität ist nicht obsolet geworden – sie hat eine neue Form angenommen. Infolge unserer Analysen und praktischen Erfahrungen hat sich ein neuer Ansatz in der Content-Erstellung herausgebildet: das hybride Copywriting. Dieser Ansatz vereint KI-gestützte Präzision mit menschlicher Expertise und unterstreicht, dass Copywriting künftig auf gemeinsamer Weiterentwicklung und Zusammenarbeit beruht, nicht auf Verdrängung.

Auftakt zur hybriden Innovation bei AUTODOC

Um gängigen Prognosen über den Verlust menschlicher Kreativität etwas entgegenzusetzen, testeten die SEO- und Content-Abteilungen von AUTODOC den Einsatz von KI in verschiedenen Bereichen der Content-Erstellung mit dem Ziel, Effizienz und Qualität der Ergebnisse zu verbessern. In dem Bestreben, neue Grenzen auszuloten, entwickelte und programmierte AUTODOC ein auf ChatGPT 3.5 und 4 basierendes Tool, das die massenhafte Generierung von Produktbeschreibungen ermöglicht. Dieser innovative Ansatz ermöglichte die Erstellung von bis zu 200 Produktbeschreibungen pro Batch, wobei 100 Beschreibungen in nur 50 Minuten generiert wurden. Dabei kam ein einzelner Prompt mit variablen Parametern zum Einsatz, der auf bis zu 200 Produkte angepasst werden kann.

a diagram of a gearUm die Qualität der massenhaft von KI generierten Texte kritisch zu bewerten, führte AUTODOC ein Modell zur KI-Qualitätsbewertung (AI Quality Evaluation, AIQE) ein. Das Modell wurde entwickelt, um sicherzustellen, dass KI-generierte Texte sprachliche Standards einhalten, einen hohen Informationsgehalt aufweisen und konsistent mit den zugrunde liegenden Prompts bleiben. Das AIQE-Projekt startete im Juni 2023 mit der Ausarbeitung vorläufiger Kriterien zur Bewertung KI-generierter Inhalte. Der Kriterienkatalog umfasste sechs Fehlerkategorien, darunter sowohl branchenübliche Qualitätsaspekte wie Grammatikfehler als auch speziell auf KI-Inhalte zugeschnittene Kategorien, wie beispielsweise die faktische Korrektheit. Das AIQE-Modell folgt einem einfachen Bewertungsansatz, bei dem ein fehlerfreier Text mit 100 Prozent bewertet wird und Fehler abhängig von Kategorie und Schweregrad zu Punktabzügen führen. Es wurde eine Mindestgrenze für die Qualität festgelegt, die Inhalte erreichen müssen, um von AUTODOC freigegeben zu werden. Auch Textlänge und sprachliche Nuancen wurden im Modell berücksichtigt, um die Untergrenze für akzeptable Qualität festzulegen.

a robot holding laptops

Ganz ohne Herausforderungen blieb der Ansatz jedoch nicht. Die Qualität der Texte innerhalb eines Batches erwies sich als niedrig und uneinheitlich: Während einzelne Produktbeschreibungen hohe Werte von bis zu 90 Prozent erzielten, lagen andere bei 0 Prozent. Fehlinterpretationen von Informationen, die von der AUTODOC-Website übernommen wurden, führten zu inhaltlichen Ungenauigkeiten wie zum Beispiel falsch angegebenen Produkteigenschaften oder sich wiederholenden Textpassagen, die das Nutzererlebnis beeinträchtigten. Die Überprüfung der KI-generierten Produktbeschreibungen war häufig zeitaufwendiger als das vollständige Neuschreiben der Texte. Die genannten Hindernisse verdeutlichten die Grenzen eines rein KI-gestützten Ansatzes zur Content-Erstellung und veranlassten AUTODOC, eine differenziertere Lösung zu entwickeln: hybrides Copywriting. Der Ansatz versprach nicht nur, die identifizierten Lücken zu schließen, sondern auch aufzuzeigen, wie das Zusammenspiel aus menschlicher Expertise und KI-Effizienz die Content-Erstellung weiterentwickeln kann.

Entwicklung des hybriden Frameworks

Hybrides Copywriting versteht sich nicht nur als Methodik, sondern als ausgewogener, synergetischer Ansatz. Es verbindet die Rechenleistung von KI mit genuin menschlichen Fähigkeiten wie Empathie, kulturellem Feingefühl und kreativem Erzählen. Der wegweisende Ansatz von AUTODOC nutzt KI für analytische Aufgaben wie Keyword-Optimierung, Content-Strukturierung und Datenanalyse und schafft so Freiräume, damit menschliche Copywriter*innen Texte mit Kreativität, emotionaler Tiefe und einer klaren erzählerischen Stimme gestalten können. Dieser kollaborative Ansatz hat ein bislang nicht erreichtes Maß an Effizienz und Kreativität freigesetzt und ermöglicht eine Content-Erstellung, die menschlich bleibt und zugleich mit algorithmischer Präzision erfolgt.

In der Praxis hat dieses ausgewogene Zusammenspiel von Technologie und menschlicher Kompetenz zu deutlichen Produktivitätssteigerungen geführt. Unsere Kennzahlen zeigen, dass Copywriter*innen mithilfe von KI einen standardisierten Blogartikel mit rund 700 Wörtern zu einem gängigen Thema in etwa 40 Minuten erstellen können. Mit klassischen Copywriting-Methoden würde diese Aufgabe in der Regel rund 100 Minuten in Anspruch nehmen. Damit ergibt sich eine Produktivitätssteigerung von bis zu 60 Prozent, die sich direkt in Kosteneinsparungen bei der Content-Erstellung niederschlägt. Bei Produktbeschreibungen zeigt sich der Effekt noch stärker: Während die vollständige Neuerstellung einer einzelnen Produktbeschreibung 40 bis 60 Minuten dauern kann, ermöglicht das hybride System die Erstellung von fünf bis sechs Texten im selben Zeitraum. Diese Effizienz beschleunigt nicht nur den Prozess der Content-Erstellung, sondern stellt auch eine gleichbleibende Qualität sicher, da jede Beschreibung mit derselben Sorgfalt und unter Berücksichtigung der Markenausrichtung erstellt wird.

a man writing on a paper on a conveyor belt

Innovation als Fallstudie: Der AUTODOC-Weg

Die Einführung von hybridem Copywriting bei AUTODOC war gleichermaßen durch Notwendigkeit und Weitblick geprägt. Um Qualitätsansprüche aufrechtzuerhalten und zugleich Kosten zu optimieren, evaluierte das Unternehmen den Einsatz von KI. Erste Versuche mit vollständig automatisierter Content-Erstellung machten Qualitätsdefizite deutlich, die von KI nicht ausgeglichen werden konnten, weshalb strategisch ein hybrider Ansatz gewählt wurde. Dieses Modell erfüllte nicht nur die hohen Anforderungen von AUTODOC, sondern setzte zugleich einen neuen Maßstab für Effizienz und Qualität in der Content-Erstellung.

Zur Umsetzung des hybriden Copywritings hat AUTODOC einen detaillierten und effizienten Prozess definiert, der KI-Fähigkeiten und menschliche Expertise gezielt zusammenführt und so die kontinuierliche Erstellung hochwertiger Inhalte sicherstellt.

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Der hybride Copywriting-Prozess bei AUTODOC folgt einer klar definierten Abfolge von Schritten:

  1. Batch-basierte Generierung: Die Produktbeschreibungen werden in Batches erstellt, wobei der Fokus jeweils auf 20 Produkten derselben Marke liegt.
  2. Prüfung vor der Generierung: Bevor Inhalte erstellt werden, überprüfen KI-Expert*innen jedes Produkt auf seine Verfügbarkeit, identifizieren Duplikate und prüfen, ob die Produktion des Artikels eingestellt wurde.
  3. Mastertext-Erstellung: Im nächsten Schritt wird eine umfassende Recherche für die Erstellung des Mastertexts durchgeführt. Der Mastertext bildet die Grundlage für weitere Produktbeschreibungen im gleichen allgemeinen Markenkontext.
  4. Content-Erstellung: Anhand des Mastertexts werden nachfolgende Produktbeschreibungen generiert, wodurch Konsistenz und inhaltliche Tiefe sichergestellt werden.
  5. KI-Proofreading: Der Inhalt durchläuft einen strengen Korrekturprozess mithilfe von DeepL AI Writer, Antidote und ähnlichen Tools, um sprachliche Präzision und Kohärenz zu gewährleisten.
  6. Übersetzung: Die Produktbeschreibungen werden mithilfe eines teilautomatisierten Tools auf Basis der DeepL-API in die Zielsprachen übersetzt, wobei KI-Effizienz mit menschlicher Aufsicht kombiniert wird, um korrekte und kulturell angemessene Übersetzungen sicherzustellen.
  7. SEO-Optimierung und Veröffentlichung: Vor der Veröffentlichung auf den Produktseiten integriert das SEO-Team HTML-Tags in die Inhalte und optimiert sie für Suchmaschinen.

Die Erfolgsgeschichte des hybriden Copywritings bei AUTODOC verdeutlicht das Potenzial der Zusammenarbeit von Mensch und KI. Diese Perspektive überwindet den Gegensatz von Kreativität und Technologie und setzt stattdessen auf eine Zukunft, in der sich beide gegenseitig ergänzen. Da sich dieser innovative Ansatz ständig weiterentwickelt, verspricht er nicht nur, die Content-Erstellung neu zu definieren, sondern auch eine neue Generation von Schreibenden, Strategen und Strateginnen sowie Kreativen zu inspirieren. Damit endet diese Entwicklung nicht, sondern eröffnet ein neues Kapitel digitaler Kreativität. Ein Kapitel, in dem menschliche Expertise und künstliche Intelligenz neue Potenziale für das Copywriting erschließen.

Ausblick: Die Zukunft des hybriden Copywritings

Angesichts der rasanten Entwicklung von KI und Content-Erstellung hält AUTODOC konsequent an seinem Innovationsanspruch fest. Die Integration aktueller KI-Tools in unsere Prozesse dient nicht nur dazu, mit technologischen Entwicklungen Schritt zu halten, sondern auch neue Maßstäbe in Sachen Effizienz und Kreativität zu setzen. Unsere Erfahrungen mit hybridem Copywriting bestärken uns in der Überzeugung, dass menschliche Kreativität einen unverzichtbaren Wert hat und der zentrale Treiber für Originalität und die emotionale Resonanz von Inhalten ist.

Die Geschäftsvorteile der Nutzung von KI liegen dabei auf der Hand. KI übernimmt repetitive manuelle Aufgaben effizient, senkt dadurch Kosten und schafft in unserem Team Freiräume für kreative Tätigkeiten mit hoher Wertschöpfung. Dieser Ansatz stellt sicher, dass AUTODOC in einer digital geprägten Welt wettbewerbsfähig und innovativ bleibt.

Abschließend lässt sich sagen, dass AUTODOC bereit ist, die Synergien zwischen menschlicher Kreativität und KI weiter zu erforschen – in der festen Überzeugung, dass die Zukunft der Content-Erstellung in der ausgewogenen Zusammenarbeit beider liegt. Indem wir weiterhin die besten KI-Tools in unsere Arbeitsabläufe integrieren, stärken wir unsere kreativen Fähigkeiten und gestalten Inhalte nicht nur effizienter und skalierbarer, sondern auch menschlich und wirkungsvoll. Der Weg in die Zukunft liegt in der Partnerschaft zwischen Mensch und Maschine und eröffnet neue, bislang ungeahnte Möglichkeiten der Content-Erstellung. 

Autor:innen: Denis Laptenkov (Head of Translations), Tania Kichuk (Team Lead ILS)

18/05/2025, Artikel